Den Schutz der Wohngebäudeversicherung nicht aufs Spiel setzen

Den Schutz der Wohngebäudeversicherung nicht aufs Spiel setzen

2000 Euro geben Deutsche im Durchschnitt pro Jahr für ihre Versicherungen aus. Mit 200 bis 300 Euro im Jahr hat die Wohngebäudeversicherung bei Hausbesitzern einen nicht unerheblichen Anteil an diesen Kosten. Doch der Folgerung sich in Zukunft diesen teuren Versicherungsschutz zu sparen, liegt ein Trugschluss zugrunde. Schließlich schützen Immobilienbesitzer mit dieser Police die Investition ihres Lebens.

Wohngebäudeversicherung: Was ist das eigentlich?

Das Leistungsspektrum einer Wohngebäudeversicherung sichert grundsätzlich drei Risiken von Immobilienbesitzern ab:

  1. Leitungswasser, Frost- und Rohrbruchschäden
  2. Explosionen, Feuer und Blitzschlag
  3. Sturm und Hagel

Eigentümer sollten zusätzlich prüfen, ob sich ihre Immobilie in einem Gefahrengebiet befindet. Denn je nach Region ist eine Erweiterung der Gebäudeversicherung durch eine Elementarschadenversicherung sinnvoll.  Sie schützt das Eigenheim zusätzlich bei Naturkatastrophen, wie…

  • Überschwemmungen
  • Lawinen
  • Erdrutsch, -senkung und -beben

Noch einen Schritt weiter geht die All-Risk-Versicherung (oder All-Gefahrenversicherung), welche die Substanz einer Immobilie vor Schäden und Gefahren aller Couleur absichert.

Wer sich auf der Suche nach günstigen und empfehlenswerten Anbietern von Wohngebäudeversicherungen befindet, dem seien die Berichte von Stiftung Warentest, Focus Money, Ökotest sowie diversen anderen Test- und Ratingagenturen empfohlen. Welche Tests in der vergangenen Zeit erschienen sind, können Sie dieser Übersicht entnehmen.

Nur existenzielle Risiken melden

Das Magazin Der Westen berichtete vergangenen Monat über eine Mülheimerin, bei der die DEVK die Wohngebäudeversicherung gekündigt hat, da sie infolge des Sturms Ela drei kleinere Schäden kurz hintereinander der Versicherung gemeldet hat. Prompt nach Begleichung des Schadens wurde der Versicherungsnehmerin gekündigt und das, obwohl sich die gesamte Schadenssumme auf gerade mal 600 Euro belaufen hat – und das nach 20 Jahren Schadensfreiheit!

Immer wieder hört man solche Meldungen. Die Versicherer begründen ihr Vorgehen damit, dass mehrere kleinere Schäden einen höheren Verwaltungsaufwand mit sich bringen als ein großer. Ferner ist die gesteigerte Schadenshäufigkeit ein Indiz für die Versicherer, dass auch in Zukunft vermehrt Schäden bei diesem Versicherungsnehmer auftreten können.

Wie man auch zu dieser Praxis stehen mag, Kunden, denen die Gebäudeversicherung gekündigt wurde, stehen vor dem nächsten, noch größeren Problem: Wer sich nach der Kündigung um einen neuen Versicherungsvertrag bemüht, klopft oft an verschlossene Türen bei den Gesellschaften. Denn: Auch von der neuen Gesellschaft werden Vorschäden abgefragt und diese verlangt infolgedessen Aufschläge, Leistungsausschlüsse oder lehnt den Antrag gleich ganz ab.

Das Dilemma: Eine Wohngebäudeversicherung benötigt wirklich jeder Hausbesitzer. Schließlich kann man nur so den Wert sichern, der dem Verdienst eines halben Arbeitslebens entspricht. Aus diesem Grund sollten Versicherungsnehmer genau abwägen, welche Schäden sie der Versicherung melden. Auf Nummer sicher geht, wer nur große Schäden, deren Reparatur hohe finanzielle Verluste mit sich bringt, meldet.